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10. und 11. September in München

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14 Uhr - Hundezeit auf dem Gnadenhof

Streicheln, Leckerlis, Gehege putzen - Petra Wild hat nachmittags viel zu tun
Von Teresa Nebauer

Landau. Taps taps taps. Die Tür schwingt ein Stück weiter auf. Das Tapsen wird schneller, begleitet von aufgeregtem Hecheln. Acht Pfoten, vier große und vier kleine, bahnen sich einen Weg nach draußen. Fast gleichzeitig tauchen zwei Köpfe im Türrahmen auf, dann schießen die beiden Hunde auch schon ins Freie. Jacky und Sina, ein ungleiches Paar. Während Pinscher-Terrier-Mix Jacky ein Dreikäsehoch von 30 Zentimetern Höhe ist, überragt Sina ihn um ein mehrfaches seiner eigenen Körpergröße.
Es ist 14 Uhr. Hunde-Zeit auf dem Gnadenhof Lorena. Nacheinander lassen Petra Wild und Manuela Gahr die Hundegruppen auf den Hof hinaus, wo sie sich austoben können. In der Zwischenzeit putzen die Frauen ihre Gehege, kontrollieren, ob genügend Wasser und Futter da ist.
"Ja hallo, meine Babys", ruft Petra, dann kommt der Ansturm. Jacky und Sina springen um sie herum, lecken ihre Hände ab, buhlen um Aufmerksamkeit. Bis die Box sauber ist, dürfen sie im Hof herumtollen, ein bisschen Trockenfutter fressen und Wasser aus einem silbernen Napf trinken. Oder, wie in Jackys Fall, aus der blauen Gießkanne neben der Haustür. Bevor sie den Hof wieder verlassen setzen die zwei schnell noch einige Markierungen. "Jacky, Sina!", ruft Petra. In der Hand hat sie zwei Stücke rohes Fleisch. Die gibt es als Belohnung, gepaart mit Streicheleinheiten und lieben Worten. "Es ist wichtig, dass man sich Zeit nimmt. Die Hunde brauchen das. Sie benötigen Aufmerksamkeit und den Kontakt zu uns", erklärt Petra Wild und krault Sina hinter den Ohren.

Seit Jahren in einer Gruppe

Nacheinander kommen noch einige Hunde auf den Hof. Sie leben teilweise seit Jahren in ihrer Gruppe, immer mit den gleichen Artgenossen. So wie die "Senioren". Eine Hündin ist vor kurzem gestorben, jetzt sind nur noch drei Senioren übrig, alle über 15 Jahre alt. Die Dackel-Dame Chipsy lebt allein. "Sie hatte einen Partner, mit dem sie zusammengelebt hat. Seit er tot ist, möchte sie nicht mehr mit jemand neuem zusammen sein", sagt Petra bedauernd und beugt sich zu Chipsy hinunter, um sie zu streicheln.

Zum Auslaufen auf die Spielwiese

Alle Hunde sind zurück in ihren Freigehegen. Naja, fast alle. Petra geht einen schmalen Weg hinab, der durch ein Wäldchen auf dem riesigen Gelände des Gnadenhofs führt. Am Ende des Weges ist eine umzäunte Wiese. Die Spielwiese. Jeweils eine Stunde lang genießen die Hundegruppen dort ihren Auslauf. Schäferhund Smokey ist außer Rand und Band. Mit einem Ball im Maul fetzt er über die Wiese, springt in das kleine Wasserbecken, sofort wieder hinaus und rennt weiter, auf eine schwarze Hündin zu. "Das sind richtige Powerhunde", stellt Petra fest und wirft einen Tennisball für die junge Hündin, den sie begeistert apportiert. Smokey läuft mit, seinen Ball lässt er allerdings nicht los. "Der hat immer einen Ball dabei", sagt Petra und lacht. "Wenn der beim Spazieren Gehen seinen Ball verliert, muss man umdrehen, damit er ihn wieder holen kann", fügt sie hinzu.
Jetzt schaut Petra noch bei den Katzen vorbei, ob alles in Ordnung ist. Im Außenbereich des Katzengeheges setzt sie sich auf eine Stufe und spricht beruhigend mit den Tieren. Sie kennt jede der vielen Katzen beim Namen. Der dicke Garfield legt sich auf den Rücken und lässt sich streicheln. Laut schnurrend streckt der Tigerkater die Pfoten in die Luft.
Beim Verlassen des Katzengeheges steht plötzlich Cinderella da. Die gescheckte Katze lebt nicht auf dem Hof, kommt aber öfter zu Besuch. Neben ihr liegt Henne Berta. "Die haben wir mit der Hand aufgezogen. Wenn man sie ruft, dann kommt sie", erklärt Petra.
15 Uhr. Die Sonne scheint heiß auf den Hof, der jetzt wie leer gefegt ist. Kein Jacky, keine Sina. Nur von unten auf der Spielwiese hört man etwas. Smokey bellt. Hat er etwa doch seinen Ball fallen gelassen?

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